28. Aug 2023

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Über Berührung kommunizieren, das eigene Potenzial kennen

Was ist eigentlich Heilpädagogik? - Ein Beispiel aus der Kinder- und Jugendambulanz / SPZ von INTEGRAL

Über Berührung kommunizieren, das eigene Potenzial kennen

Insbesondere Kinder, die den ganzen Tag ein Tablet oder andere Medien nutzen, verlieren die Neugierde und den sinnlichen Bezug zur Welt. Das, was Kinder in der Regel immer tun, um die Welt zu erforschen - neugierig Dinge greifen, in den Mund stecken, damit spielen und Krach machen - wird ihnen fremd. Es wird für sie immer schwieriger, sich länger mit einer Sache zu beschäftigen. Die Konsequenz ist oft eine langsamere Entwicklung.

Kinder mit Entwicklungsstörungen benötigen therapeutische Unterstützung.

In der Heilpädagogik geht es darum, Kinder dabei zu unterstützen, Selbstvertrauen zu entwickeln. In der Therapie fördern unsere Heilpädagog*innen Kinder spielerisch, die eigenen Stärken zu entdecken. Dies geschieht durch die Anregung aller Sinne, damit sie ganzheitliche Erfahrungen machen können. So entwickeln sich Kinder besser und nach eigenem Tempo.

Wie werden Spiel- und Sinneserfahrungen gefördert?
Ein praktisches Beispiel zeigt wie.


Wir begleiten ein Kind während einer Therapiestunde.
Für das Kind kommt jetzt die Kirschkernkiste ins Spiel. Die Heilpädagogin richtet für ihn eine spannende Schatzsuche ein.
Begraben in der Kiste sind unterschiedliche bunte Gegenstände mit verschiedenen Oberflächen und Gerüchen.

Das Kind schaut sich die Kiste zunächst scheu und zögernd an. Die Therapeutin setzt sich hin und gräbt ihre Hände in die Kiste. Es knirscht.
Jetzt tut das Kind das Gleiche. Es traut sich noch mehr: Es schaufelt die Kirschkerne hin und her, steigt in die Kiste und trampelt in allen Richtungen. Es freut sich über die Spielzeuge und füllt sie mit Kirschkernen. Er spielt konzentriert und zufrieden.
Für das Kind ist es ein Erfolgserlebnis, alle Schätze in der Kiste zu entdecken. Das bestätigt es in dem er zur Therapeutin winkt und den Blickkontakt sucht.

Nun wird das Kind richtig mutig, es hat Selbstvertrauen gefunden und schmeißt die Kerne aus der Kiste auf den Boden, ja, das kann und darf es! Es ist völlig in Ordnung, seine Gefühle zu zeigen. So fühlt es sich verstanden, so fühlt es Ruhe.

(Text: L. Marrocco)
(Fotos: M. Noack)

Das Spiel in der Kirschkernkiste wird zur spannenden Schatzsuche.

Kind
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